DITIB PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Platon   
Dienstag, den 25. Mai 2010 um 20:37 Uhr

Die Organisation DITIB (Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion e.V.) ist der deutsche Ableger des türkischen Präsidiums für Religionsangelegenheiten DIB (DYANET).

Diese Behörde untersteht direkt dem türkischen Ministerpräsidenten. Obwohl sich die Türkei offiziell als „laizistisch“ definiert, übt der türkische Staat direkten Einfluss auf die Religionsbetätigung seiner Bürger aus.

In den letzten Jahren hat das dazu geführt, dass die türkische Religionsbehörde zur Re-Islamisierung der türkischen Gesellschaft beigetragen hat. (vgl. Spuler-Stegemann, Muslime in Deutschland)

DITIB-Vereine in Deutschland bekommen für die Dauer von fünf bis sechs Jahren einen hauptamtlichen Vorbeter aus der Türkei (Hodscha) zur Verfügung gestellt. „Selbst bei bestem Willen sind diese offiziellen Vorbeter oftmals wenig zur Zusammenarbeit mit türkischen Vereinen in Deutschland in der Lage, da sie weder die Lebensverhältnisse der türkischen Migranten in Deutschland kennen noch die deutsche Sprache ausreichend beherrschen“. (Thomas Lemmen, Islamische Organisationen in Deutschland).

In den letzten Jahren war zu beobachten, dass DITIB mittlerweile fast vollständig durch Islamisten dominiert wird: „Aber als unterwandert gilt selbst DITIB, der Dachverband, den die türkische Religionsbehörde kontrolliert. Früher standen Predigten und Unterricht in den DITIB-Moscheen ausnahmslos für einen unpolitischen Koran. Heute haben dort `viele Gefolgsleute Erbakans sowie Anhänger islamischer Ordensgemeinschaften Unterschlupf gefunden sagt die Turkologin Petra Kappert von der Universität Hamburg“. (Martin Spiewak, DIE ZEIT 1998)

Neuere Untersuchungen erkennen: „DITIB ist den politischen Schwankungen und Bewegungen der türkischen Politik ausgesetzt und kann immer nur so laizistisch sein, wie die türkische Regierung es zulässt. Hinzu kommt eine seit Jahren fortschreitende Unterwanderung durch islamistische und radikal nationalistische Organisationen und Parteien. Es bestehen auch personelle Querverbindungen zu islamistischen Organisationen wie die IGMG.“ (Canan Atilgan: türkische politische Organisationen in der Bundesrepublik Deutschland. Studie der Konrad-Adenauer-Stiftung, 2002)

Die Problematik wird noch verschärft durch die neue türkische Regierung unter dem Ministerpräsidenten Erdogan. „Lassen wir uns nicht täuschen: Die AKP ist keine türkische CDU, wie die Islamisten behaupten, sie ist eine islamische Partei. Alle Reden von AKP-Politikern über europäische Werte sind eine bewusste Irreführung und Verschleierung der wahren Absichten“. (Bassam Tibi)

Die aktuellen Entwicklungen legen nahe, dass die Unterschiede zwischen DITIB und der radikal-islamistischen Milli Görüs nahezu verschwinden, bzw., dass DITIB in Zukunft als Unterorganisation von Milli Görüs fungiert. Bei seinem ersten Deutschland-Besuch empfing der türkische Ministerpräsident Erdogan gleich am ersten Abend die Vertreter der radikal-islamischen Organisation Milli Görüs.(Stuttgarter Nachrichten, 3.03.03).

Schon einige Monate zuvor gab es eine offizielle Anweisung des türkischen Außenministeriums an die Botschaften der Türkei, künftig mit der islamistischen Vereinigung Milli Görüs zusammenzuarbeiten. (Stuttgarter Nachrichten, 26.04.03)

Fazit: Wo die Bauherren geplanter Islam-Zentren DITIB-Vereine sind, ist damit zu rechnen, dass das Islam-Zentrum zum Sachwalter türkischer Politik wird, die keinesfalls eine Integration der hier lebenden Türken unterstützt. „Ist die politische Beschaffenheit von Aufnahme- und Herkunftsland weit voneinander entfernt, so trägt eine Fremdbestimmung mit dem Ziel, das nationale Interesse des Herkunftslandes zu unterstützen, eher dazu bei, Desintegrationsprozesse zu fördern“. (Reiner Albert, Mehrheitsgesellschaft und türkisch-sunnitische Migranten)

Es ist also eher davon auszugehen, dass in Islam-Zentren angestrebt wird, die türkischen Mitbürger, vor allem Kinder und Jugendliche, auf eine islamistische Orientierung hin auszurichten, die jedem Integrationsgedanken widerspricht. DITIB – Gegen Integration, für die Interessen des türkischen Staates.

„Über DITIB schickt die staatliche Behörde Diyanet Imame (Vorbeter), die sowohl als Autoritäten eines Moscheevereins als auch als türkische Staatsbeamte – weisungsgebunden an die jeweiligen Generalkonsule und Religionsattaches vor Ort – über das von der türkischen Staatsdoktrin vorgegebene Verständnis von Religion und Staat wachen und ohne Kenntnisse der hiesigen Sprache und politischen Kultur das jeweilig definierte türkisch-nationale Interesse den Gemeindemitgliedern predigen.“(Reiner Albert, Mehrheitgesellschaft und türkisch-sunnitische Migranten)

Fast alle Kultusministerien der deutschen Bundesländer und Kirchenvertreter sind sich einig, dass in Zukunft Islamunterricht an deutschen Schulen in deutscher Sprache eingerichtet werden soll. Nur ein solcher islamischer Religionsunterricht fördere die Integration der in Deutschland lebenden Muslime.

DITIB ist entschieden gegen die Einrichtung eines islamischen Religionsunterrichts in deutscher Sprache an deutschen Schulen. Damit stellt sich DITIB vehement gegen die Integrationsbemühungen der deutschen staatlichen Organe.

„DITIB vertritt die Interessen und die Politik des türkischen Staates, die auch der Vorsitzende in seiner gleichzeitigen Funktion als Botschaftsrat absichert. Die Imame lernen neuerdings Deutsch, aber nicht um die Integration zu fördern, sondern um auch die deutschsprachigen Türken betreuen zu können. DITIB beharrt auf türkischsprachigem Religionsunterricht, in dem mit Hilfe der offiziellen türkischen Religionsschulbücher die Kinder zu guten türkischen Staatsbürgern erzogen werden sollen.“ (Landeszentrale für politische Bildung, www.lpb.bwue.de)

Fazit: Ein Islam-Zentrum mit überregionaler Bedeutung widerspricht diametral allen Bemühungen der deutschen Gesellschaft nach Integration ihrer muslimischen Mitbürger. In Koranschulen werden Aufforderungen an die Gläubigen bereits Kindern vermittelt, die zum Teil nicht mit unserer Verfassung in Einklang zu bringen sind. Koranschulen können nach geltender Rechtslage zwar nicht verhindert werden, aber der Bau eines repräsentativen Islam-Zentrums mit Koranschule hätte eine fatale Signalwirkung sowohl auf die muslimischen als auch auf die christlichen Mitbürger: Eindeutig integrationsfeindliche Aktivitäten bekommen den Stellenwert einer gesellschaftlich gewollten Akzeptanz.

Dies ist aber nicht im Interesse der Mehrheit der Bevölkerung!